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Brotherhood of Azeroth — World-of-WarCraft-Gilde der Allianz

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Nevertown - Place of the last Dream

Die Taverne » Philosophie Forum

#1:

Anyndir

Wanderer

Points: [480]

In der Gewissheit dass diesen Text sowieso niemand liest, doch von grosser Pein geprägt etwas schreiben zu wollen und vielleicht von einem Funken Hoffnung begleitet dass es doch noch jemand liest, post ich hier ein kleines Memo. Wenns euch gefällt könnte daraus durchaus mehr werden, ich leg es einfachmal in eure Hände ; ) ...

Nevertown - The place of the last dream

von Tito Epp


Vorwort:

Ich weiss nicht wie meine Geschichte anfängt, ebenso wenig weiss ich wie sie endet. Während man sein meist eintöniges Dasein dahinfristet, klopft das Schicksal nicht an die Tür bevor es eintrettet. Ohne jegliche Fragen zu stellen oder auch nur eine Antwort zu geben, überrolt es dich wie eine theatralische Dampfwalze, mit Blitz und Donner im Schlepptau und sagt dir was zutun ist. Ob man diesem Ruf folgt, ihn versteht oder auch nur wahrnimmt ist fast immer ungewiss, denn die Art wie diese Botschaft ihren Empfänger erreicht ist oft sehr verwirrend wenn nicht gar entrüstend. Es soll Menschen geben die dieses Phänomen als erfüllend und inspirierend aufgefasst hatten, alles Blödsinn. Denn wenn es erstmal soweit ist, steht eine Menge Arbeit bevor für ein Ziel das so unerreichbar scheint wie die Sterne, aber auch eben so deutlich. Nun und wenn man diesen Weg einschlägt, dann ist das längst kein Triumph. Aber es ist ein Anfang, der Beginn der Vollkommenheit, die Hufe der Natur, der Sinn des Lebens höchstpersönlich ... es ist die Wahrheit, das wonach wir seit unserer Geburt an forschen, unser Griff nach den Sternen. Du sagst du glaubst nicht an das Schicksal? Tja, wie kommt es dass du diese Zeilen liest?


- Erwachende Giganten

Tagebuch des Sklaven

Ein weiterer Monat in diesem goldenen Käfig denn ich unfreiwillig betretten hatte. Niemand stellte mich vor eine Wahl und niemandem sollte diese Wahl zuteil werden. Eingetaucht in eine Welt voller Zombies und Schatten ihrer selbst vergehen die Tage wie Monate und Monate wie Jahre. Und mit jedem Atemzug wächst in mir eine eiskalte und frierende Angst davor zu fallen, aufzugeben und den Beitritt zur Armee der Lebenden Toten zu leisten. Immerzu spüre ich wie sie nach mir greifen, meinen Namen rufen, mir sagen dass ich nicht ewig fliehen kann und sie haben recht. Ich weiss nicht was schlimmer ist, die Gewissheit dass ich für den Rest meines Lebens hier bleiben soll oder die Tatsache dass es mir eines Tages genauso gleich sein wird wie dem Rest der Welt. Völlig orientirungslos auf einer einsamen Insel namens Ich gestrandet, auf keinerlei Antworten hoffend und ebensowenig Fragen stellend werde auch ich eines Tages nach Hause kommen und begreifen dass nichts, aber auch wirklich garnichts mehr in meinem Leben eine Sinn ergibt. Der Protagonist in einer Story die niemanden interessierte, verlässt die Bühne und lässt den Vorhang fallen. Eine einzige ewigscheinende Aufführung ist zu ende und keine Menschenseele hat wirklich begriffen worum es in diesem Stück ging. Eine winzige Ansammlung von Hoffnungslosen verliert nachtrauernd einige-wenige Tränen auf dem besudelten Grab des Schauspielers und alles nimmt wieder seinen Lauf. Jahrzehnte werden vergehen und es bleibt nicht mal die Erinnerung an den Fleck des Sklaven der auch einmal in diesem Universum existieren und hoffen durfte. Alles was mir noch bleibt ist der Augenblick ...


Aus dem glühend roten Horizont der nach und nach die vereinzelten Wolken entfachte, stach die dunkle Sillhouette eines Vogels hervor. Mit sanften Flügelschlägen, schwebte die Möwe durch die kalte Morgenluft der Küste entgegen. Die dunklen Augen des Vogels peilten präzise die Landlinie an und während der fliegende Küstenbewohner ubekümmert an den verschlafenen Fischerbooten vorbeiflitzte, setzte er zum Sturzflug an um sich kurz vor dem Meeresspiegel wieder aufzufangen und in einer leichten Kurve erneut an Höhe zu gewinnen. Dieses Spektakel wiederholte sich immer wieder und gewann allmählich an Form, eine Art Tanz die einem förmlich vermittelte, der gefiederte Frühspatz sei frei von all dem was uns Menschen auf der Erde hält. Nichts und niemand würde ihn weder heute noch morgen in irgendeiner Weise binden, niemand ausser vielleicht die Natur selbst. In ihrem harmonischen Ritual wo alles bis ins kleinste Detail durdacht war und niemals aus eigenem Willen aus der Reihe tanzen würde. Sie stellte sich nicht gegen den Menschen, sondern der Mensch gegen sie, also demonstrierte sie Tag für Tag ihre ungeheuere Kraft, ihre Macht alles bewegen und verändern zu können und vermittelte jedem der sich nicht davor scheute seine Augen auf ihre Bühne zu richten, ein Gefühl von solch einer Winzigkeit, dass die Gewissheit über ihre Macht unser Leben jeder Zeit auslöschen zu können einen zwangsläufig überkam. Heute sollte sie uns jedoch verschonen, denn der neue Tag gewann nach und nach die Oberhand. Er versetzte die ruhigen Meereswellen in ein Inferno dass die aufgehende Sonne ankündigte, und schlug erneut die Nacht die sich bereits für eine weitere Schlacht zu rüsten begann. Alles, soweit das Auge sah, war eine einzige Marionette - und sie hang an ihren Fäden die sie so sanft zu lenken wusste dass kaum einer Notiz davon nahm. Wie von dem Inferno fliehend, das sich über dem Wasser ausbreitete, steuerte die Möwe nun noch zielstrebiger die Küste an. Stets an der Schwelle zwischen dem Morgengrauen und der aufgehenden Sonne, verflüchtigte sich die Vermutung und man bekam das Gefühl dass der Vogel einen brennenden Schlayer über dem Wasser ausbreitete und in Richtung Land zog. Wie ein Bote des Ostens, stach er durch den hauchdünnen Nebel des Hafens, an kleinen Yachten und alten Rettungsbooten vorbei und zerstreute die letzte Festung der Nacht die der Großstadt das Tageslicht weiterhin enthalten wollte. Nun, der letzten Würde beraubt, verflüchtigte sich die Dunkelheit über den alten, hölzernen Dächern des Hafenviertels und die Sonne übertratt die Schwelle des Horizonts.
In ihrem unbekümmerten Schlaf, konnten die ruhenden Giganten nun ihre Existenz nicht mehr strittig machen und ließen sich von der spektakulären Aufführung des Ostvogels mitreißen. Die tonnenschwere Maße der Hochhäußer, die unvorstellbare Menge aus Stahl und Beton verflüchtigte sich in einem Atemzug beim Anblick der feuerspeienden Scheiben die sich ganz und gar dem frühen Horizont-Besucher hingaben so dass man nur noch das Bild eines erwachenden Kollossen vor sich hatte. In ihrer stärkeprotzenden Größe, warfen sie unendlichscheinende Schatten auf den kleineren Teil ihrer Sippschaft die ebenfalls so gut wie möglich versuchte, die Riesen von ihrem Dasein zu überzeugen. Zwischen den Feuerleitern und der eher monotonen Bauart der Wohnhäuser die sich immer mehr glich je näher man dem Center Park kam, blitzte ab und an eine Fensterscheibe auf und man wurde Zeuge eines äußerst seltenen Ereignisses. Würde man dieses Phänomen irgendwie bezeichnen, wäre "Egoismus der Metropolen-architektur" wohl am passendsten, denn immerhin war der Betondschungel dafür verantwortlich dass die Sonne in manchen Teilen der Stadt mit einer beachtlichen Verspätung zu rechnen hatte. So ging der Lauf der Dinge weiter, in dem einem Büroblock die Sicht auf eine riesige Bahnhofuhr durch ein Denkmalschutz verwehrt wurde, was wiederum dazu führte dass die Bewohner der unteren Stöcke, sündhaft-teuere Uhren kauften um mit den Kollegen aus dem oberen Teil der Gebäudehirarchie mithalten zu können. Eine eher sarkastische Beobachtung des Alltags der auch an diesem Tag hier stattfinden sollte und wenn man diese Sicht der Dinge für nicht all zu lächerlich empfand, wäre "traurig" ein guter Kompromiss dafür. Die einzige Person die davon profitierte war der Psychiather, in diesem Fall auch als der Reiter auf dem weißen Ross bekannt würde er am Ende der Woche wieder Leben retten und seinem Traum von einem Swimmingpool einen Schritt näher tretten.
Hier findet das wirkliche Leben statt. Weder auf dem Land mit dem wunderschönen Ausblick auf eine Schneise die sich durch ein Tal windet und beim näheren hinsehen als ein Fluss entpuppt, noch im fernen Norden wo man das Privileg geniest den ganzen lieben Tag über Kühe bei der Paarung zu beobachten (was ein recht seltenes Phänomen sein soll). Wenn man vom Land hierher zieht, bieten sich einem nur zwei Möglichkeiten - entweder man hasst Nevertown oder man verknallt sich über beide Ohren in diese von allen Engeln verlassene Stadt so dass der Rest der weiten Welt nur noch eine eventuelle Urlaubsmöglichkeit darstellt. Es stimmt schon, diese Stadt verändert einen selbst, im Herbst macht sie uns traurig, im Winter dramatisch, im Frühling ... na ihr wisst schon und im Sommer ist es hier einfach fürchterlich heiss. Was mag daran aders sein wird man sich fragen. Nun mal von den meterologischen Fakten abgesehen, formt dich der Grosstadtdschungel zu einem Wesen das dir so fremd ist wie eine dahergelaufene Tölle, agressiv? Nein, übelriechend? Vielleicht, Fakt ist jedoch dass du an dir Seiten entdeckst die man weder dem Erbgut verdankt, noch einem Faktor der dich dein Leben lang verfolgt hatte. Eines Tages ist es einfach da und man akzeptiert es, ebenso wie man die Evolution hinnimt trägt man dieses gewisse Etwas nicht nur mit sich, sondern macht davon gebrauch, wird abhängig und lässt sich einfach fallen. Wohin? Dahin wo der Rest der Sippschaft auch hinfällt. Mir ist allerdings noch nie zu Ohren gekommen dass je einer unten angekommen wäre. Es sei denn man spricht von einem Junkie der sich die Goldenbridge hinunter stürzt, wie ein Symbol dafür was einen hier erwartet. Wie ein Hilfeschrei eines neugeborenen Kindes dass sich davor fürchtet, eines Tages ebenso hinunter zu fallen und niemals aufzukommen. Sollte man sich dagegen wehren, läuft man Gefahr sich dem Wahn hinzugeben. Gibt man sich hin und wird verschlungen, so besteht keine Fluchtmöglichkeit. Ich kann mich wage an ein Graffiti erinnern das mir vor vielen Jahren auf der Suche nach einer Abkürzung für den Schulweg ins Auge fiel. Es wurde angeblich von einem suicidgefährdeten Obdachlosen über seiner letzten Bleibe angebracht. "Anfangs wehrt sich jeder!", lautete sein Werk. Ob er wohl das gleiche meinte was mir seit jeher jeden Tag durch den Kopf geht? Ich weiss es nicht, eigentlich spielt das auch keine Rolle. Was jedoch wichtig ist, dass jede Seele auf diesem ewig sinkenden Schiff diesen Hilferuf Tag ein Tag aus wahrnimmt und es dabei belässt. Ohne Aussicht auf irgendwelche Chancen gegen den Strom zu schwimmen, lässt man sich eines Tages einfach dahintreiben, oder wird von "Nichtschwimmern" mit in die Tiefe gerissen. Ziemlich aussichtlos, würde man meinen - nun, eben solange man sich wehrt. Wenn du erstmal fällst, kommt dir das völlig gleichgültig vor. Ab und an unternimmt man einen Fluchtversuch der jedoch mit ziemlicher Sicherheit in die Hose geht. So das man am nächsten Tag von der gestrigen Inspiration gelangweillt aufsteht und einfach da weitermacht, wo man aufgehört hatte.

#2:

Gungnir

Wanderer

Points: [209]

Hi Tito (ja mich gibt es auch noch)

Wie immer spielst du gekonnt mit den Worten, lässt tief blicken und gewährst uns einen kleinen aber tiefgründigen Blick in deine Gefühlswelt. Lässt sich schön lesen :)

PS: Achte auf Orthographie und Interpunktion, auch die Grammatik ist ziemlich fehlerhaft. Sry aber das muss sein :/
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden.
Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
Johann Wolfang von Goethe

#3:

Lynia

Member

Points: [373]

Hab bis auf den letzten großen Absatz alles gelesen (eigentlich lese ich überhaupt nicht gern) und muss sagen, dass dein Schreibstil wirklich Klasse ist.
Wie schon gesagt, spielst du gekonnt mit Worten.
The only thing necessary for the triumph of evil is for good men to do nothing.

#4:

Seyjuro

Wanderer

Points: [3]

Mir fällt jetzt spontan nichts ein aber ich musste einfach Posten um ein großes Lob auszusprechen.
Ich kann den anderen nur zustimmen, dein Schreibstil ist einfach genial.

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